Oberfläche des Mondes
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Solarzellen aus Mondglas: Energie für Mondmissionen

#Freigeist-Fellowship

Mondsiedlungen brauchen Strom – und Sonnenenergie steht dort ohne atmosphärische Einschränkungen zur Verfügung. Doch Material von der Erde zum Mond zu bringen, ist extrem teuer. Ein Forschungsteam um Freigeist-Fellow Felix Lang hat deshalb eine innovative Lösung entwickelt: Solarzellen aus Mondglas.

Mondregolith, das lockere Gesteinsmaterial auf der Mondoberfläche, kann eingeschmolzen und zu Glas verarbeitet werden. Dieses Mondglas dient Dr. Felix Lang und seinem Team als Trägerschicht für ultradünne Perowskit-Solarzellen, die besonders effizient und widerstandsfähig sind. So lassen sich bis zu 99 Prozent des für die Herstellung benötigten Materials direkt vor Ort gewinnen.

Gruppenfoto von drei Männern

ROSI-Teamfoto : Juan Carlos Ginés Palomares, Felix Lang, Julian Mauricio Cuervo Ortiz (v. l. n. r.).

Bestandteile einer Mond-Solarzelle.

Bestandteile einer Mond-Solarzelle.

"Das Highlight unserer Studie ist, dass wir das benötigte Glas für unsere Solarzellen direkt und ohne Aufbereitungsprozesse aus dem Mondregolith gewinnen können", erklärt Felix Lang, der die Studie leitet. Am Institut für Physik und Astronomie der Universität Potsdam führt er die Nachwuchsgruppe ROSI (Radiation Tolerant Electronics with Soft Semiconductors), die durch das Freigeist-Programm der VolkswagenStiftung gefördert wird. Forschende aus Potsdam und der Technischen Universität Berlin arbeiten gemeinsam daran, eine skalierbare Lösung für die Energieversorgung auf dem Mond zu entwickeln.

Die ersten Tests verliefen erfolgreich: Die Solarzellen zeigen eine hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber Weltraumstrahlung und könnten somit eine nachhaltige Energiequelle für künftige Mondmissionen bieten. Gemeinsam mit dem Forschungsteam veröffentlichte Felix Lang die Studienergebnisse in einem Artikel, der im Journal "Device" erschien.

Portrait eines Mannes

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