Globale Herausforderungen – Integration unterschiedlicher Perspektiven zu Erbe und Wandel

Fachgebiet: Geistes-, Kultur- und Gesellschaftswissenschaften
Förderart: internationale Forschungsprojekte
bis zu 1,5 Mio. Euro
max. 4 Jahre
Forschergruppen, die sich mit dem Thema kulturelles Erbe und Wandel befassen
Voraussetzungen: Neben Wissenschaftlerinnen oder Wissenschaftlern aus Deutschland, Italien oder Schweden müssen Forscherinnen oder Forscher aus Ländern mit niedrigem bzw. mittlerem Einkommen außerhalb Europas beteiligt sein
Stichtag:

(statt bisher 25.03.2020)

Menschen vor traditionellem Holzhaus
Das Forschungsprojekt "Geteiltes Wissen", das sich mit der "Dekolonisierung" ethnologischer Museen befasst, begleitet unter anderem die Bauphasen eines traditionellen Gemeinschaftshauses der Kotiria in Macucu (Kolumbien). (Foto: Mikko Gaestel)

Ziel der Initiative

Diese Ausschreibung ist Teil des internationalen Förderprogramms "Global Issues – Integrating different Perspectives", das darauf abzielt, neue Erkenntnisse zu bisher wenig erforschten Herausforderungen globaler Relevanz zu generieren. Formal werden unter diesem Förderangebot verschiedene Ausschreibungen zusammengefasst, die zwar unterschiedlicher thematischer Ausrichtung sind, sich jedoch alle an Themen orientieren, die im Rahmen der "Sustainable Development Goals" der Vereinten Nationen als globale Herausforderungen mit besonderem Handlungsbedarf charakterisiert wurden. Mit dem Programm "Global Issues" möchten die Stiftungen internationale Zusammenarbeit zwischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus unterschiedlichen Regionen der Welt stimulieren und stärken. Dabei sollen auch neue Kooperationsbeziehungen etabliert und Netzwerke erschlossen werden.

Thematische Ausschreibung: Globale Herausforderungen – Integration unterschiedlicher Perspektiven zu Erbe und Wandel 

Unser kulturelles Erbe – charakterisiert als der ideelle Besitz der gesamten Menschheit – ist vielfältigen Wandlungsprozessen unterworfen, welche durch aktuelle politische Entwicklungen, ökologische Veränderungen sowie technische Neuerungen hervorgerufen werden und eine Gefahr für sowohl das materielle als auch das immaterielle Erbe darstellen können. Die Förderlinie "Erbe und Wandel", welche sich primär an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Geistes-, Kultur- und Gesellschaftswissenschaften richten soll, möchte innovative Forschungsprojekte zu diesen Wandlungsprozessen anstoßen, in denen die Blickwinkel unterschiedlicher Akteure auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene Berücksichtigung finden. Die Untersuchung des Themenfelds aus verschiedenen Perspektiven erscheint besonders gewinnbringend, da Kulturerbe einen über Ländergrenzen hinausgehenden identitätsstiftenden Charakter besitzt. Zudem ist unser Kulturerbe in etlichen Teilen der Welt ähnlichen Bedrohungen ausgesetzt, die häufig transnationaler Lösungsansätze bedürfen.

Die beteiligten Stiftungen laden insbesondere zu solchen Projekten ein, die einen der folgenden Aspekte in den Blick nehmen:

  • Die Entwicklung von theoretischen Ansätzen zum Thema Erbe, die sich analytisch mit den Begriffen "Kulturelles Erbe" und "Wandel" auseinandersetzen
  • Das Potenzial von kulturellem Erbe für (wirtschaftliche/soziale/umweltbewusste) Lösungsideen für eine nachhaltige Zukunft
  • Die Konsequenzen der Digitalisierung in Bezug auf kulturelles Erbe
  • Die verschiedenen Bedrohungen, denen kulturelles Erbe aktuell und in Zukunft ausgesetzt ist bzw. sein wird, wie Kriege, Terrorismus und Klimawandel

Die Stiftungen ermutigen dazu, ebensolche Aspekte in den Blick zu nehmen, die Innovationspotenzial versprechen, und fordern zu innovativen Herangehensweisen (etwa in Bezug auf Theoriebildung oder Kontextualisierungen) auf.

Förderangebot

Das Förderangebot richtet sich vornehmlich an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Geistes-, Kultur- und Gesellschaftswissenschaften, wobei eine Projektbeteiligung anderer Disziplinen möglich ist. Unterstützt werden internationale Forschergruppen, in denen bis zu fünf Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zusammenarbeiten. Voraussetzung für eine Förderung ist, dass neben einem Hauptantragsteller, einer Hauptantragstellerin aus Deutschland, Italien oder Schweden mindestens zwei Partner aus Ländern niedrigem bzw. mittlerem Einkommens außerhalb Europas beteiligt sind. Wichtig ist hierbei, dass der Anteil an beteiligten Forschenden aus Niedrig- bzw. Mitteleinkommensländern immer mindestens gleich oder größer als der der beteiligten Projektpartnerinnen und Projektpartner aus einkommensstarken Ländern ist.

Für bis zu vierjährige Kooperationsvorhaben unter Beteiligung von bis zu fünf Partnerinnen und Partnern können Personal- und Sachmittel bis zu einer Höhe von 1,5 Mio. EUR beantragt werden. 

Weitere Informationen zu den Ausschreibungsbedingungen sowie zur Antragstellung finden sich unter Information zur Antragstellung 116b (pdf). 

Hintergrund

Die Initiative "Global Issues" wurde 2017 eingerichtet. Sie zielt darauf ab, Forschung zu drängenden (und globalen) gesellschaftlichen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu ermöglichen. Die zweite Ausschreibung zu "Erbe und Wandel" ist ein gemeinsames Förderangebot von Compagnia di San Paolo (Italien), Riksbankens Jubileumsfond (Schweden), The Wallenberg Foundations (Schweden) und der VolkswagenStiftung (Deutschland). Darüber hinaus sind Ausschreibungen zu weiteren Themenfeldern – mit unterschiedlicher disziplinärer Ausrichtung – in der Planung.