Krieg in der Ukraine: Perspektiven für die Forschung

Zu den schrecklichen Folgen des Angriffs russischer Truppen auf die Ukraine Ende Februar gehört auch, dass viele Menschen ihre Rettung in der Flucht suchen müssen. Bis Anfang Juli wurden in ganz Europa mehr als 5,6 Millionen ukrainische Geflüchtete registriert, darunter auch viele Forschende. Mit einem Stipendienprogramm hat die VolkswagenStiftung schnell und unkompliziert auf die prekäre Lage reagiert, sodass Wissenschaftler:innen ihre Arbeit an einer Hochschule oder Forschungseinrichtung in Deutschland fortsetzen können.

Insgesamt 275 Stipendien konnten in dem inzwischen beendeten Sofortprogramm vergeben werden, für eine Gesamtsumme von 9 Millionen Euro. 85 Prozent der Geförderten sind weiblich, die meisten von ihnen werden ein Jahr in der gastgebenden Institution bleiben. 36 der Stipendien fördern VolkswagenStiftung und MWK Niedersachsen gemeinsam über das Programm SPRUNG (vorm. Niedersächsisches Vorab), neun fachspezifische Stipendien werden vom Fonds der Chemischen Industrie finanziert.

Übersichtskarte von Deutschland mit Förderung
Übersicht über die Verteilung der 275 geförderten ukrainischen Wissenschaftler:innen auf die (Hochschul-)Standorte in Deutschland. (Grafik: Axel Pfaender für VolkswagenStiftung)

Auch nach Ende des bereits im März 2022 aufgelegten Angebots engagiert sich die Stiftung weiter für die Wissenschaft in der Ukraine. Auf dem Falling Walls Science Summit 2022 (7. bis 9. November in Berlin), ist am 8. November ein Plenary Table dem Thema "Science in Ukraine in Times of Russian Aggression" gewidmet. Generalsekretär Dr. Georg Schütte wird die Runde mit Vertreter:innen der Wissenschaft aus der Ukraine, Polen und Deutschland moderieren: "Wir wollen mit den betroffenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus der Ukraine diskutieren, ob und wie der Wissenschaftsbetrieb in diesem grausamen Krieg aufrecht erhalten werden kann. Und wir wollen einen Blick in die Zukunft wagen: Welche Perspektiven und Handlungsnotwendigkeiten ergeben sich für eine ‚Zeit danach‘?" 

Welche Perspektiven und Handlungsnotwendigkeiten ergeben sich für eine 'Zeit danach'?

Die Stiftung wird die Veranstaltung in Berlin auch zu einem internen Austausch mit anderen engagierten Förderinstitutionen nutzen, um weitere Bedarfe und Optionen der Unterstützung für ukrainische Forschende auszuloten.

Neu ausgeschrieben: Themenwoche "Krieg in der Ukraine"

Zudem hat die Stiftung vom 22. bis 24. Februar 2023 eine Themenwoche "Krieg in der Ukraine" zur Durchführung von Symposien in Hannover ausgeschrieben. Anträge können noch bis zum 15. September 2022 gestellt werden; Veranstaltungsort ist das Tagungszentrum Schloss Herrenhausen. Der wissenschaftliche Diskurs soll jeweils Ursachen und Perspektiven des Kriegs in der Ukraine reflektieren sowie Konsequenzen für die weitere Entwicklung derjenigen wissenschaftlichen Fachdisziplinen aufzeigen, die sich eine Auseinandersetzung mit dem postsowjetischen Raum zur Aufgabe machen. Nähere Informationen dazu finden Sie unter "Themenwoche: Krieg in der Ukraine – Perspektiven der Wissenschaft".