Tiflis: Internationale Graduiertenschule erfolgreich etabliert

Für die substanzielle und nachhaltige Verbesserung der PhD-Ausbildung in Georgien stellte die Stiftung rund 800.000 EUR zur Verfügung. Auch die Ilia State University und die Rustaveli Stiftung engagierten sich finanziell für ein wegbereitendes Pilotprojekt.

Eine blonde Frau steht auf einer Bühne und spricht in ein Mikrofon
Nana Khetsuriani sprach bei der Veranstaltung an der ISU in Tiflis stellvertretend für die im Pilotprogramm geförderten jungen Wissenschaftler:innen. Foto: Ilia State University, Tiflis

Das Projekt "Strukturierte Ausbildung - Qualitätssicherung - Freiheit des Denkens" startete 2018, gefördert in der mittlerweile beendeten Mittelasien-Kaukasus-Initiative der Stiftung. Langfristiges Ziel war die Einrichtung einer International Doctoral School (IDS), um Reformen in der Doktorand:innenausbildung in Georgien und der gesamten Region anzuregen und die wissenschaftliche Ausbildungskultur stärker an internationalen Standards zu orientieren. Der erste Schritt dazu war das gemeinsam mit der Universität Göttingen konzipierte multidisziplinäre, vierjährige Lehmann-Haupt-Promotionsprogramm, mit dem ein Cotutelle-Modell erprobt und eine neue Form der Ausbildung Promovierender an der Ilia State University (ISU) eingeführt wurde. Das Programm umfasste 12 Doktorand:innen aus neun Disziplinen, vier Postdocs und 24 betreuende Wissenschaftler:innen, je zwölf aus Tiflis und Göttingen. Mit einem Festakt und einer Graduierungsfeier wurde nun der erfolgreiche Abschluss dieses Pilotprogramms und die Etablierung der IDS an der Ilia State University gefeiert. 

Dass es so rasch gelang, die IDS als Dachorganisation für alle künftigen Promovierenden der ISU zu etablieren, lag unter anderem daran, dass aufgrund der Disziplinenvielfalt des Pilotprogramms Vertreter:innen aus allen Fakultäten der Ilia State University beteiligt waren: So konnten die dort erprobten Änderungen rasch an der gesamten ISU umgesetzt werden. Bei dem Festakt wurde von den georgischen und deutschen Redner:innen herausgehoben, als wie fruchtbar sich der Austausch zwischen den Hochschulsystemen erwiesen habe. In dem langen wechselseitigen Prozess des Kennenlernens und bei den Verhandlungen zwischen den beteiligten Institutionen über die Vereinheitlichung der völlig unterschiedlichen Regelungen hätten die Partner:innen auch über den engeren Rahmen hinaus Praktiken vermittelt, die für beide Systeme von Vorteil sein könnten. Und ein weiterer Erfolg ist absehbar: Auch das georgische Bildungsministerium ist auf das Projekt aufmerksam geworden und zieht in Betracht, die dort gewonnenen Erkenntnisse landesweit zu implementieren.