Fest der Wissenschaft – 60 Jahre VolkswagenStiftung

Am 1. Oktober 2022 präsentiert sich die VolkswagenStiftung der Öffentlichkeit in Schloss Herrenhausen in Hannover. Was tun wir für die Entwicklung der Wissenschaft – und was für Austausch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft? Beim großen "Fest der Wissenschaft" zeigen wir, was die Stiftung als solche ausmacht, wie wir arbeiten, wer wir sind und welche spannenden Projekte aus der aktuellen und vergangenen Förderung es gibt. Viele geförderte Forschende sind selbst vor Ort und bringen interessante Objekte und multimediale Installationen mit, die ihre Forschung und deren Ergebnisse hautnah erlebbar machen. Freuen Sie sich auf ein abwechslungsreiches Programm mit einer Stiftung zum Anfassen, auf Vorträge, Gesprächsrunden, einen Science Slam, ein Quiz, Geburtstagstorte und viele Überraschungen. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Das vollständige Programm mit allen Details und Uhrzeiten zum Download als pdf.

Anfassen und Erleben

Escape Room

War es Mord? Ein Food-Influencer stirbt auf mysteriöse Weise in der heimischen Küche – nach der Präsentation eines neuen Vitamin-Boosters. Wie lässt sich der Täter oder die Täterin überführen? Welche Hinweise gibt es? Unter dem Titel "Food Murder Mystery – Löse die Rätsel, um einen Todesfall aufzuklären" steht der Escape Room, in dem unsere Besucher:innen höchstpersönlich auf detektivische Spurensuche gehen können. Und dabei auch etwas über Sicherheit von Nahrungsmitteln lernen: Das dahinterstehende Forschungsprojekt führt Jugendliche auf spielerische Weise an Inhalte des Berufsfeldes Ernährung und Hauswirtschaft heran.

 

Willkommen bei der Stiftung!

Hier dreht sich alles um die VolkswagenStiftung: Wer sind wir eigentlich? Was tun wir? Wer arbeitet bei uns? Und wen fördert die Stiftung? Videos portraitieren Mitarbeitende und Geförderte, an Infoständen stellen wir die Stiftung als Arbeitgeberin vor und kommen mit unseren Besucher:innen ins Gespräch. Wir präsentieren, wie wir uns um Nachhaltigkeit bemühen – und Sie können uns in einem interaktiven Spiel zeigen, wie nachhaltig Sie leben. Es gibt sogar etwas zu gewinnen: Beim "Quiz, das Wissen schafft" beweisen unsere Kandidat:innen am Buzzer ihr Wissen rund um die Stiftung und um Wissenschaft im Allgemeinen – es winken attraktive Preise.

 

Forschung zum Anfassen

Eine Kuh geht auf die Toilette... Klingt ein bisschen wie der Anfang eines Witzes, hat aber einen ernsten Hintergrund: Bei Rindern in Stallhaltung entsteht Ammoniak, wenn sich ihre Ausscheidungen, also Harn und Kot, auf dem Boden vermischen. Das schadet nicht nur der menschlichen Gesundheit, sondern auch der Tier- und Pflanzenwelt. Im "Kuh-Klo"-Projekt bringen Wissenschaftler:innen Rindern bei, eine Toilette zu benutzen, um die Ausscheidungen getrennt aufzufangen und weniger schädliches Ammoniak freizusetzen. Wie das Kuh-Klo funktioniert, zeigen wir in unserer Ausstellung.

Ab zum Mond: Was die Zukunft dort an Innovationen bereithält, zeigen die Wissenschaftler:innen vom Laser-Zentrum Hannover. Wenn wir unseren Erdtrabanten eines Tages besiedeln wollen, brauchen wir Häuser, in den wir leben und arbeiten können. Und weil dafür nicht Millionen Tonnen Beton auf den Mond geflogen werden können, muss eine andere Lösung her: Das "Moonrise"-Projekt will mithilfe von 3-D-Druck einfach den zuhauf vorhandenen Mondstaub nutzen und zu beliebigen Strukturen drucken bzw. schmelzen.

Was für die Ohren: Musik kann angenehm sein, eingängig, lustig – und auch politisch. So werden populäre Musiken in Europa immer häufiger für populistische Zwecke instrumentalisiert. Und das mit Erfolg: Mainstream-Sounds mit populistischen Botschaften erlangen inzwischen große Popularität. Wie genau hängen populistische Ambitionen und die Produktion und Verbreitung populistisch geprägter Popmusik zusammen? Hörbeispiele geben unseren Besucher:innen Einblick in aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse – bei "Hingehört! Von Popmusik, Populismus und Ideologien".

 

Für junge Forscher:innen

Für Urzeit-Fans: Vor 154 Millionen Jahren streiften im Harz, wo sich heute im Sommer wie im Winter Tourist:innen tummeln, Dinosaurier durch die Lande. Wo heute Goslar zu finden ist, wohnte damals der berühmte Europasaurus – unter den Gigantomanen aus der Urzeit mit seinen nur etwa zwei bis drei Metern allerdings eher ein Zwerg. In einer Art Roadmovie begleitet die spannende Graphic Novel "Europasaurus - Urzeitinseln voller Leben" einen jungen Dino auf der Suche nach Artgenossen durch sein Ökosystem, auf der die Lesenden viele weitere Raubsaurier, Aasfresser, Landkrokodile, Echsen und Insekten kennenlernen. Dazu gibt ein Animationsfilm tiefere Einblicke in die Erkenntnisse aus dem Europasaurus-Forschungsprojekt.

Für kleine Entdecker:innen: Ihr habt Spaß am Malen und geht gerne auf detektivische Spurensuche? Dann ist das Projekt "Kunst! Forschen - Den Geheimnissen von Gemälden auf der Spur" das richtige für Euch. Welche Materialien wurden genutzt? Welche Verfahren und Techniken angewendet? Was soll das Kunstwerk aussagen? Mit dem Kunstrucksack könnt Ihr Eurer Neugierde freien Lauf lassen und Kunstobjekte entdecken. 

Für Jugendliche: Das Thema Vor- und Frühgeschichte interessiert Euch nur so mäßig? Das könnte sich jetzt ändern: Baut im interaktiven Lernspiel "Bronzeon – Kreiere eine Welt wie vor 4.000 Jahren" eine Siedlung über mehrere Generationen hinweg auf, haltet sie am Laufen und sichert das Überleben der Bewohner:innen. Und lernt dabei spielerisch alles Wichtige über die Bronzezeit. Das Spiel könnt Ihr direkt vor Ort an Tablets ausprobieren und auch gratis herunterladen.

 

Virtual Reality und Künstliche Intelligenz

Auf Forschungsreise nach Costa Rica: Beim Projekt "Tiefe Wurzeln, tiefer Wald" erleben Besucher:innen mithilfe von Virtual-Reality-Brillen einen Drohnenflug über den tropischen Trockenwald. Sie begleiten Wissenschaftler:innen auch dabei, wie sie die Strategien zur Wasseraufnahme bei Bäumen erforschen und erfahren, zu welchen Erkenntnissen sie gelangt sind.

Künstliche Intelligenz kann viel wissen, schnell rechnen und mit Menschen interagieren. Aber kann sie auch empathisch sein? Die Besucher:innen können mit ANA die Probe aufs Exempel machen: ANA ist ein empathisches, KI-basiertes System, das interagieren kann und bei seinem Gegenüber, also dem Menschen, Emotionen anhand von verbalen und non-verbalen Hinweisen ablesen kann. Wie ANA selbst reagiert, hängt von Emotionen ab, die es erkannt hat. Also heißt es: Kontakt zu ANA aufnehmen und in eine Geschichte zwischen Mensch und Maschine ziehen lassen.

 

Vorträge und Gespräche

Science Stage

Auf der Science Stage im Auditorium werden von 15 bis 18:30 Uhr spannende Vorträge zu hören sein. Zuerst wird Prof. Dr. Katharina Zweig vom Fachbereich Informatik der Technischen Universität Kaiserslautern bei "Ein Algorithmus hat kein Taktgefühl" berichten, wo künstliche Intelligenz sich irren kann, warum uns das betrifft und was wir dagegen tun können. Danach spricht Prof. Dr. Albrecht Beutelspacher, Direktor des Mathematikum Gießen, über "Formen, Muster, Zahlen" und zeigt spannende Mathematik zum Anfassen und Mitmachen. Als nächstes betritt Prof. Dr. Bénédicte Savoy vom Institut für Kunstwissenschaft der Technischen Universität Berlin die Bühne und erzählt von Kulturgütern aus Afrika und Provenienzforschung. Und zu guter Letzt wird Thomas Fraps, seines Zeichens Zauberkünstler und Wissenschaftskommunikator, erzählen, wie Zauberkunst Wissen schafft, und zwar in seinem Vortrag mit dem Titel "Zauberkünstler, Wissenschaftler und Scharlatane".

Um 19 Uhr läuten wir auf der Science Stage das Abendprogramm ein, mit einem unterhaltsamen Science Slam. Unter anderem wird Dr. Georg Steinhauser vom Institut für Radioökologie und Strahlenschutz der Leibniz Universität Hannover davon berichten, dass "Nicht alles, was Gold ist, glänzt". Moderiert wird der Science Slam vom Journalisten und Schriftsteller Jan Sedelies.

 

Auf einen Kaffee mit…

Das direkte Gespräch mit den hochkarätigen Gästen aus der Wissenschaft können Besucher:innen bei dem Format "Auf einen Kaffee mit..." suchen. Hier stehen die Protagonist:innen Rede und Antwort und sind für jede Nachfrage offen. Zuerst stellt sich die KI-Forscherin Prof. Dr. Katharina Zweig den Fragen, als nächster der Generalsekretär der VolkswagenStiftung, Dr. Georg Schütte. Danach hat der Mathematiker Prof. Dr. Albrecht Beutelspacher ein offenes Ohr für alle Gäste, dann gibt Dieter Lehmann, Leiter der Vermögensanlage der VolkswagenStiftung, Einblicke in seinen Arbeitsbereich. Zum Abschluss steht die Kunstwissenschaftlerin Prof. Dr. Bénédicte Savoy Rede und Antwort.

 

Rahmenprogramm

Da zu einer Geburtstagsparty unbedingt eine Torte gehört, sind alle Besucher:innen dazu eingeladen, um 14:30 Uhr ins Foyer vor dem Auditorium zum feierlichen Tortenanschnitt zu kommen. Unser Generalsekretär Dr. Georg Schütte wird zusammen mit dem Niedersächsischen Minister für Wissenschaft und Kultur und Kuratoriumsvorsitzendem der VolkswagenStiftung, Björn Thümler, die Feier offiziell mit dem Griff zum Tortenmesser eröffnen.

Ab 15 Uhr finden zudem für die jüngeren Gäste eine Rallye der Wissenschaft statt, die sie durch die ganze Ausstellung leitet und bei der sie spielerisch etwas lernen – und natürlich auch etwas gewinnen – können.

Um 20:30 Uhr steigt das Finale des Science Slam – im Festsaal, der den ganzen Tag den Besucher:innen als Café und Lounge zur Verfügung steht. Im Anschluss an das Finale und die Siegerehrung startet hier auch die Magic Science Party, auf der unter anderem eine Zaubershow von Thomas Fraps zu sehen sein wird.

 

Veranstaltungsort

Das Fest der Wissenschaft der VolkswagenStiftung findet in Schloss Herrenhausen, Herrenhäuser Straße 5, 30419 Hannover, statt. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist es über die Üstra-Linien 4 und 5 (Haltestelle "Herrenhäuser Gärten") zu erreichen. Das Schloss Herrenhausen ist barrierefrei. Getränke und Snacks können vor Ort käuflich erworben werden.

 

Eintritt frei

Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

 

Geschichte der VolkswagenStiftung

Am 27. Februar 1962 fand in Hannover die konstituierende Sitzung des Kuratoriums der gemeinnützigen "Stiftung Volkswagenwerk" – so der damalige Name – statt. Der Stiftungszweck: die Förderung von Wissenschaft und Technik in Forschung und Lehre. In den nun 60 Jahren ihres Bestehens war es der VolkswagenStiftung – so lautet ihr Name seit 1989 – immer ein Anliegen, Wissenschaftler:innen zu fördern, die an den Ideen für morgen arbeiten und die Gesellschaft von übermorgen mitgestalten wollen. Die VolkswagenStiftung unterstützte bis heute bereits über 33.000 wissenschaftliche Projekte im In- und Ausland mit insgesamt über 5,5 Mrd. Euro. Damit ist sie die größte private deutsche wissenschaftsfördernde Stiftung hierzulande und eine der größten Stiftungen überhaupt.

Weitere Informationen zur VolkswagenStiftung im 60. Jubiläumsjahr, eine bebilderte Stiftungschronologie sowie ein Erklär-Video finden Sie unter VolkswagenStiftung: 60 Jahre Impulse für die Wissenschaft.