Schumpeter-Fellowships

Bewilligungen / Grants 2010


Die Bedeutung sozio-emotionaler Faktoren im schulischen Lernprozess unter Berücksichtigung neurobiologischer Prozesse

Bewilligung:  22.01.2010  Laufzeit:  5 Jahre

Das Vorhaben wurde am 01.08.2011 von Berlin nach Berlin umgesetzt.

Das Projekt soll in Kooperation von Pädagogischer Psychologie, Kulturanthropologie und Neurowissenschaften den Auswirkungen sozialer Beziehungen und der damit verbundenen Emotionen auf Lehre und Lernen in der Schule nachgehen. Ausgangspunkt sind dabei die Beobachtungen, dass manche Schüler in ihren Lernprozessen von der Qualität des Lehrer-Schüler-Verhältnisses beeinflusst werden, andere mehr durch das Klassenklima, also das Schüler-Schüler-Verhältnis, wieder andere durch beide, etliche Schüler dagegen durch die Qualität des sozio-emotionalen Umfeldes nicht beeinflusst werden. Die neurowissenschaftlichen Arbeiten sollen mit einem Forscherteam der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Charité durchgeführt werden.

Freie Universität Berlin
Fachbereich Erziehungswissenschaft
und Psychologie
Dr. Diana Raufelder
Habelschwerdter Allee 45
14195 Berlin
Tel.: 030 83855748
Fax: 030 83855629

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Third sector organizations in rural development: a theoretical and empirical analysis

Bewilligung: 21.01.2010  Laufzeit:  5 Jahre

In vielen Teilen der Welt wird die ländliche Entwicklung durch Organisationen des dritten Sektors wie Interessenverbände der Bauern, Selbsthilfegruppen und Genossenschaften unterstützt. Gleichwohl sind die grundlegenden ökonomischen Theorien zum dritten Sektor ohne Berücksichtigung des ländlichen Kontextes entwickelt worden. Das Projekt zielt darauf ab, eine neue ökonomische Theorie des dritten Sektors ("rurality theory") zu entwickeln und empirisch zu prüfen. Mit den bisherigen Theorien wird dabei das Vorhandensein des dritten Sektors darauf zurückgeführt, dass profitorientierte Unternehmen menschliche Bedürfnisse nur eingeschränkt befriedigen können. Das soll durch die neue Theorie insbesondere auf die Gegebenheiten auf dem Land wie geringe Bevölkerungsdichte, Zerstreuung über die Fläche und fehlende Infrastruktur zurückgeführt werden. Daraus resultieren spezifische Transaktionskosten, die von den profitorientierten Unternehmen getragen werden müssen. Das beschränkt ihren Handlungsspielraum und gibt Raum für Organisationen des dritten Sektors.

Leibniz-Institut für Agrarentwicklung
in Mittel- und Osteuropa (IAMO), Halle (Saale)
Abteilung Betriebs- und Strukturentwicklung
im ländlichen Raum
Dr. Vladislav Valentinov
Theodor-Lieser-Str. 2
06120 Halle (Saale)
Tel.: 0345 2928228
Fax: 0345 2928 399

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Leitbilder 'guter Kindheit' und ungleiches Kinderleben - Bildung, Betreuung und Erziehung aus der Perspektive der Politik, der Professionellen in Kindertageseinrichtungen und Grundschulen, der Eltern und der Kinder

Bewilligung: 21.01.2010  Laufzeit:  5 Jahre

Das Vorhaben wurde am 22.04.2010 von München nach Frankfurt am Main umgesetzt.

Das Projekt soll klären, wie die in politischen Berichten und Programmen verbreiteten Leitbilder "guter Kindheit" von Kindern, Eltern und den "Professionellen" in Kindergärten und Schulen aufgegriffen werden und welche auch unbeabsichtigten Wirkungen sie entfalten. Es setzt dabei auf der Mikroebene bei den milieuspezifischen Vorstellungen, gegenseitigen Erwartungen, Haltungen und Praktiken der Akteursgruppen an. Dabei werden die bisher weitgehend unabhängig voneinander agierenden soziologischen und erziehungswissenschaftlichen Stränge der Kindheits-, Ungleichheits- und Bildungsforschung aufeinander bezogen. So sollen konzeptionelle und methodische Verknüpfungen hergestellt werden zwischen den von der Politik hervorgebrachten Leitbildern und den im Feld der frühen Kindheit relevanten Akteursgruppen. Auch sollen Anknüpfungspunkte einerseits für die Qualifizierung der Aus- und Weiterbildung der Professionellen hinsichtlich ihrer Rolle bei der "Re-Produktion" von Bildungsungleichheiten aufgezeigt und andererseits Beiträge zur Qualifizierung der politischen Berichte und Dokumente geleistet werden.

Universität Frankfurt am Main
Fachbereich Erziehungswissenschaften
Institut für Pädagogik der Elementar-
und Primarstufe
Fach 113
Professor Dr. Tanja Betz
Mertonstraße 17 - 21
60054 Frankfurt am Main

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Contract Governance - Ordnung und Steuerung von Markt und Vertrag

Bewilligung: 21.01.2010  Laufzeit:  5 Jahre

Als Ergänzung zu der auf Unternehmen konzentrierten Corporate Governance soll das Projekt Contract Governance als neues Forschungsfeld etablieren. Damit soll einerseits der Governance-Ansatz für das Vertragsrecht fruchtbar gemacht und andererseits untersucht werden, welchen Beitrag das Vertragsrecht für die Governance-Forschung liefern kann. Neben dem Aushandeln und dem Abschluss von Verträgen soll das Projekt sich auch auf die Vertragsdurchführung konzentrieren. Zudem sollen Art und Weise der Regelsetzung auch durch andere Standardsetzer als den Gesetzgeber behandelt werden. Querverbindungen sollen bei alledem zur ökonomischen Theorie, vor allem zur Institutionenökonomik, zur Verhaltenstheorie und zu behavioral law and economics hergestellt und ausgebaut werden.

Humboldt-Universität Berlin
Juristische Fakultät
Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Deutsches,
Europäisches und Internationales Privat-
und Wirtschaftsrecht
Dr. Florian Möslein, LL.M.
Unter den Linden 11
10117 Berlin
Tel.: 030 20 93 34 95
Fax: 030 2093 34 97

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Contested Leadership from Interregional Perspective - Power Politics in South America, South Asia and sub-Saharan Africa

Bewilligung: 21.01.2010  Laufzeit:  5 Jahre

Konflikte zur Durchsetzung und Verhinderung regionaler Vorherrschaft stehen im Zentrum des Projekts, das einerseits die Strategien und Ressourcen zur Durchsetzung regionaler Führerschaft und andererseits die Reaktionen anderer Staaten in und außerhalb der Region untersuchen soll. Exemplarisch sollen Spannungsverhältnisse zwischen Indien und Pakistan, Brasilien und Venezuela, Nigeria und Südafrika untersucht werden. Im Fokus der vergleichenden Analyse stehen dabei die bilateralen Beziehungen zwischen Regional- und Sekundärmächten (secondary powers), zu denen folgende Fragen geklärt werden sollen: Welche Faktoren motivieren secondary powers, Führungsansprüche von Regionalmächten zu akzeptieren oder abzulehnen? Beeinflusst der Grad regionaler Akzeptanz die Erfolgsaussichten von Regionalmächten in globalen Verhandlungsprozessen? Wie beeinflussen regionale Ordnungen globale Strategien von Regionalmächten? Wie wirken sich die Beziehungen zwischen regionalen und externen Akteuren auf die regionale Machtverteilung aus? Ferner soll nach Implikationen und Potenzialen für die Außenpolitik Deutschlands und der EU gefragt werden, die sich aus den regionalen und globalen Machtverschiebungen ergeben.

GIGA German Institute
of Global and Area Studies, Hamburg
GIGA Institute of Latin American Studies
Research Programme 4: Power, Norms and
Governance in International Relations
Dr. Daniel Flemes
Neuer Jungfernstieg 21
20354 Hamburg
Tel.: 040 42825 767
Fax: 040 42825 562
Homepage: http://www.giga-hamburg.de/index.php?folder=staff/flemes&file=flemes.html

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Soziales Kapital im Lebensverlauf. Beschäftigungsrisiken und ökonomische Unsicherheit in ihren Auswirkungen auf soziale Netzwerke und bürgerschaftliches Engagement

Bewilligung:  21.01.2010  Laufzeit:  5 Jahre

Sozialkapital in Gestalt von Netzwerken, Vertrauensbeziehungen und bürgerschaftlichem Engagement gilt als das Gemeinwohl steigernde bindende Kraft und als Auffangposition in individuellen Krisenlagen. Neuere Untersuchungen deuten an Hand von geringerer Neigung vor allem von Jugendlichen, Vereinsmitglieder zu werden, und mit Rücksicht auf den Rückgang der Wahlbeteiligung jedoch darauf hin, dass solche Auffangpositionen schwinden. Zudem sind sie unter den Akteuren ungleich verteilt. Vor diesem Hintergrund soll das Projekt den Zusammenhängen zwischen prekären Lebenslagen (wie zum Beispiel Arbeitslosigkeit) und sozialem Kapital vertieft nachgehen, um zu klären, ob sich in solchen Situationen soziale Bindungen auflösen oder intensiviert werden, ob ein Rückzug ins Private erfolgt und die Bereitschaft schwindet, sich für die Allgemeinheit zu engagieren. Im Rahmen von zwei Dissertationen soll dabei die Bedeutung institutioneller Rahmenbedingungen und von Persönlichkeitsmerkmalen erschlossen werden. Dabei sollen Konzepte und Methoden von Soziologie, Sozialpsychologie und Politikwissenschaft verwendet werden. Ländervergleiche sind innerhalb der ursprünglichen EU und speziell zwischen Deutschland und Großbritannien geplant.

Universität Hamburg
Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
Fachbereich Sozialökonomie
Prof. Dr. Petra Böhnke
Von-Melle-Park 9
20146 Hamburg

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Psychologische Einflussfaktoren bei ökonomischen Entscheidungen

Bewilligung: 21.01.2010  Laufzeit:  5 Jahre

Das Entscheidungsverhalten von Menschen ist eine zentrale Problematik für Psychologie und Ökonomie. In Verknüpfung dieser beiden Forschungsgebiete mit Modellierungsansätzen aus Mathematik und Physik und mit Forschungsansätzen der Neuroökonomie soll das Projekt drei Forschungsstränge verfolgen: Den Einfluss von Emotionen auf soziale Entscheidungssituationen, emotionale Faktoren beim Risikoverhalten von Jugendlichen und Emotionen und Entscheidungen unter Risiko und Ambiguität bei Unternehmern.

Universität Jena
Fakultät für Sozial- und Verhaltenswissenschaften
Institut für Psychologie
Lehrstuhl für Biologische und
Klinische Psychologie
Dr. Johannes Hewig
Am Steiger 3, Haus 1
07743 Jena
Tel.: 03641 945143
Fax: 03641 94 51 42

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