Pro Geisteswissenschaften / Focus on the Humanities

Bewilligungen / Grants 2007

 

Dilthey-Fellowships

 

Wahrheit und Wirkung. Hintergründe, Inhalt und aktuelle Relevanz von Nietzsches Wissenschaftsphilosophie 

Bewilligung: 08.06.2007 Laufzeit: 5 Jahre

Wissenschaft ist eine der bemerkenswertesten und wirkmächtigsten kulturellen Eigentümlichkeiten der modernen Zivilisation. Nietzsches philosophisches Schaffen zählt zu den einflussreichsten intellektuellen Auseinandersetzungen mit den Leistungen unserer Kultur. Obwohl Nietzsche auf die epistemischen Wahrheits- und Geltungsansprüche ebenso wie auf die sozialen und kulturellen Wirkungen von Wissenschaft besonderes Au-genmerk gerichtet hat, fehlt es bislang an einer fundierten Untersuchung seiner Wissenschaftsphilosophie. Diese Lücke soll durch eine wissenschaftshistorisch und wissenschaftstheoretisch informierte Monographie geschlossen werden, die Nietzsches Auseinandersetzung mit dem Phänomen 'Wissenschaft' im Rahmen ihres zeitgeschichtlichen Kontextes rekonstruiert und hinsichtlich ihrer Wirkungsgeschichte und aktuellen Relevanz beleuchtet. 

Technische Universität Berlin
Institut für Philosophie, Wissenschaftstheorie, Wissenschafts- und Technikgeschichte
Dr. Helmut Heit
Ernst-Reuter-Platz 7
10587 Berlin

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Tod aus der Luft: Gewalt, Zivilgesellschaft und die Kulturen des Krieges im 20. Jahrhundert

Bewilligung: 08.06.2007 Laufzeit:  5 Jahre

Das Vorhaben wurde am  24.09.2007 von München nach Jena umgesetzt.

Im Zentrum des Projekts steht die Frage nach dem Verhältnis von Gewalt, militärischer Eskalation und den Kulturen des Krieges im internationalen Vergleich. Untersucht werden sollen Wirkungen, Deutungen und Lernerfahrungen im Umgang mit dem "Tod aus der Luft" - und das in globaler Perspektive für das gesamte 20. Jahrhundert und für die zentralen Kriegsschauplätze in Europa, Japan, Afrika, Vietnam und im Irak. Das Projekt verbindet Kultur-, Militär- und Wissenschaftsgeschichte und analysiert die Wirkungsgeschichte des Luftkrieges, seine kulturelle Kodifizierung, die Formen der Erinnerung, der medialen Repräsentation, der ethischen Legitimation sowie seine wissenschaftliche Analyse und Selbstdeutung. Ziel ist es, über die Epochengrenzen von 1918, 1945 und 1989 Formen der Kriegführung und Kriegsfolgen zu untersuchen und die Frage nach Kontinuität und Wandel, nach Lernerfahrungen und Legitimationsstrategien von Bombardierungen gegen die Zivilbevölkerung zu beantworten. Mit der Untersuchung der aktuellen Debatten um die "Zukunft" und Transformation kriegerischer Konflikte und ihrer ethisch-moralischen Legitimation liefert die Arbeit zugleich einen Beitrag zur Historisierung der Gewalt im 20. Jahrhundert.

Universität Jena
Philosophische Fakultät
Historisches Institut
Dr. Dietmar Süß
Postfach
07740 Jena
Tel.: 03641 944454
Homepage: http://www.nng.uni-jena.de/Mitarbeiter_innen-p-47826/Aktuell-p-3512.html

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Bilinguale Sprachverarbeitung unter Submersionsbedingungen: Eine psycholinguistische Aufarbeitung 

Bewilligung: 08.06.2007 Laufzeit: 5 Jahre

In der Bundesrepublik erwerben viele Heranwachsende die Landessprache Deutsch nicht als Erst- sondern als Zweitsprache, häufig erst mit dem Eintritt in den Kindergarten oder in die Schule. Das deutsche Bildungssystem orientiert sich jedoch überwiegend an einsprachigen deutschen Schülern und setzt entsprechende altersgemäße Fähigkeiten im Deutschen bei allen Kindern voraus. Unter solchen schulischen Bedingungen (sog. Submersionsbedingungen) entwickeln sich die sprachlichen Fähigkeiten mehrsprachiger Kinder, insbesondere im Umgang mit der Schriftsprache, oft nur unzureichend. Das kann sich langfristig negativ auf den Schulerfolg auswirken. In der psycholinguistischen Grundlagenforschung zur Sprachverarbeitung bei "bilingualen" Sprechern werden vor allem solche Sprecher untersucht, die eine zweite Sprache entweder von Geburt an oder als Fremdsprache auf der Basis eines gezielten Unterrichts erworben haben. Die spezifischen Bedingungen, unter denen eine Zweitsprache erworben wurde, werden oft nicht berücksichtigt. Das Vorhaben zielt darauf ab, mit Hilfe experimenteller psycholinguistischer Methoden die Repräsentationen und Prozesse zu spezifizieren, die der Sprachverarbeitung bei solchen bilingualen Sprechern zugrunde liegen, die eine Zweitsprache unter Submersionsbedingungen erwerben. 

Universität Bielefeld
Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft
Dr. Eva Belke
Universitätsstraße 25
33615 Bielefeld
Tel.: 0521 106 3515
Fax: 0521 106 6447

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Children's understanding of perspectives 

Bewilligung: 08.06.2007 Laufzeit: 5 Jahre

Das Vermögen, sich in die Perspektive anderer zu versetzen, ist von fundamentaler Bedeutung für menschliche Interaktion. Auch die Ausbildung eines Selbst, eines Menschen mit personaler Identität, hängt wesentlich mit der Fähigkeit zur Perspektivübernahme zusammen. Im Projekt wird der Frage nachgegangen, wann und wie sich in der menschlichen Ontogenese die verschiedenen Formen von Perspektivübernahme entwickeln. Zu Grunde gelegt werden dabei empirische entwicklungspsychologische Studien mit Klein- und Vorschulkindern. Philosophische Analysen sollen dabei klären, was es eigentlich heisst, Perspektiven zu haben, zu wechseln und übernehmen zu können. Leitgedanke des Projektes bildet die These, dass Perspektivität begrifflich wie empirisch etwas Gemeinsames voraussetzt, und der Mensch entsprechend in seiner ontogenetischen Entwicklung ein Verständnis von Perspektiven im Rahmen gemeinsamer Aufmerksamkeit erwirbt. 

Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie, Leipzig
Department of Psychology
Dr. Henrike Moll
Deutscher Platz 6
04103 Leipzig
Tel.: 0341 3550428

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Kulturgeschichte der Theatrotherapie um 1800 - 1900 - 1970/2000 (Uni Bonn) 

Bewilligung: 08.06.2007 Laufzeit: 5 Jahre

Theatertherapeutische Methoden haben sich heute auf dem psychotherapeutischen Markt weitgehend etabliert und werden etwa auch im Bereich des Unternehmenstheaters angewendet. Doch die Idee, mit Schauspielerei und szenischer Arbeit therapeutische Wirkungen zu erzielen, reicht weit in die Geschichte der Medizin zurück und lässt sich verstärkt seit der Entstehungszeit der modernen Psychiatrie um 1800 beobachten. Das Dilthey-Fellowship will die Geschichte theatertherapeutischer Theorien und Praktiken - unter dem Begriff "Theatrotherapie" zusammengefasst - näher erforschen. Die Bearbeiterin - Germanistin, Medizinhistorikerin und Theaterpädagogin - geht dabei von der Hypothese aus, dass diese Formen der Therapie auf eine (Wieder-) Herstellung der Fähigkeiten des Patienten zielen, sich selbst zu steuern. Anhand von psychiatrischen, psychotherapeutischen und literarischen Quellen aus der Zeit um 1800, 1900 und seit 1970 wird die Geschichte der Theatrotherapie als eine Geschichte moderner Subjektivation rekonstruiert und mit Hilfe von kultur-, theater- und medienwissenschaftlichen Methoden eine Typologie der theatertherapeutischen Szenen erarbeitet. 

Universität Bonn
Institut für Germanistik
Vergleichende Literatur- und Kulturwissenschaft
Dr. Céline Kaiser
Am Hof 1d
53113 Bonn
Tel.: 0228 73 74 78
Fax: 0228 73 72 57

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Diskurs-basierte Multimedia-Sprachbeschreibung am Beispiel des Aweti 

Bewilligung: 08.06.2007 Laufzeit: 5 Jahre

Ziel dieses Vorhabens ist die Erstellung einer neuartigen Sprachbeschreibung des Awetí, einer Tupí-Sprache, die in Zentral-Brasilien von ca. 140 Menschen gesprochen wird. Die Beschreibung soll eine Grammatik der Sprache sowie ein Wörterbuch umfassen, die neuartig sind, weil sie auf einer umfassenden Dokumentation der Sprache aufbauen, die erst in den letzten Jahren im Rahmen des Programms Dokumentation Bedrohter Sprachen (DOBES) der VolkswagenStiftung angefertigt wurde. Die Beschreibung geht vorrangig von der Analyse natürlicher Diskursdaten aus und erscheint in elektronischem Format, wobei sie eng mit den Multimedia-Daten der Sprachdokumentation verknüpft ist. Dieses Vorhaben erfordert einerseits linguistische Forschung mit Feldaufenthalten und Elizitationsarbeit und andererseits die Lösung vielfältiger technischer Fragen. 

Universität Frankfurt am Main
Institut für Vergleichende Sprachwissenschaft,
Phonetik und Slavische Philologie
Dr. Sebastian Drude
Senckenberganlage 31
60325 Frankfurt am Main
Homepage: http://www.germanistik.fu-berlin.de/il/pers/drude-de.html

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Weitere Bewilligungen werden durch die Fritz Thyssen Stiftung ausgesprochen.

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opus magnum

Allokationsethik

Bewilligung: 01.10.2007  Laufzeit:  1 Jahr  6 Monate

Das Vorhaben beschäftigt sich mit Grundlagenproblemen der Allokation knapper medizinischer Ressourcen. Entgegen der herrschenden Meinung wird dabei die axiologische These vertreten, dass über Personengrenzen hinweg aggregierte Gesundheitseffekte keinen ethischen Eigenwert haben. Der Hinweis auf die "Effizienz" einer Verteilung biete daher auch keinen Gesichtspunkt, der mit dem Gesichtspunkt der Gerechtigkeit oder des "gleichen Zugangs" zu medizinischen Ressourcen im Wege einer Abwägung ethischer "Güte" oder "Werte" zu verrechnen wäre. Die Argumentationslinien für diese These sollen so ausgearbeitet werden, dass sie sowohl den Anspruch auf Praxisrelevanz erheben können als auch sich eignen als Lektüre für theoretisch interessierte Experten auf dem interdisziplinär bearbeiteten Feld der Allokationsethik. Für die Zeit ihrer Freistellung wird Frau Prof. Lübbe vertreten von Privat-Dozent Dr. Stephan Schlothfeldt.

Universität Leipzig
Lehrstuhl Praktische Philosophie
Institut für Philosophie
Prof. Dr. Weyma Lübbe
Beethovenstraße 15
04107 Leipzig
Tel.: 0341 97 35801
Fax: 0341 97 35819
Homepage: http://www.uni-leipzig.de/~philos/&institut/praktische_philosophie.php

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Wozu Kunst?

Bewilligung: 28.08.2007 Laufzeit: 1 Jahr 6 Monate

Gegen die in den Kunst- und Literaturwissenschaften verbreitete Tendenz, Fragen der funktionalen Leistungen von Kunst auszublenden, stellt das Vorhaben die Frage nach dem Nutzen von Kunst positiv ins Zentrum. Die Omnipräsenz elaborierter ästhetischer Praktiken in allen näher untersuchten Kulturen ist, so die Ausgangsthese aus evolutionstheoretischer Perspektive, schon allein hinreichend, um eine starke Nutzenfunktion zu vermuten. Geplant ist eine Re-Lektüre der anthropologisch- transzendentalphilosophischen Funktionshypothesen der klassischen Ästhetik mit den Mitteln der evolutionären Psychologie. Beide Zugänge treffen sich in der Annahme, die Lust ästhetischen Hervorbringens und Rezepierens und die damit verbundene starke affektive Besetzung fiktiver Wesen, Welten und Werte "befördere das Leben" (Kant). Die dafür aus beiden Richtungen angebotenen Erklärungsmuster sollen vergleichend und interdisziplinär mit den Ziel diskutiert werden, ihnen neues Gewicht und neue Aktualität auch außerhalb der Kontexte transzendental-philosophischer Ästhetik und evolutionärer Psychologie zu verschaffen. Prof. Menninghaus wird im ersten halben Jahr seiner Freistellung vertreten durch Privat-Dozentin Dr. Sabine Mainberger.

Freie Universität Berlin
Peter-Szondi-Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft
Prof. Dr. Winfried Menninghaus
Habelschwerdter Allee 45
14195 Berlin
Tel.: 030 838 564 22
Fax: 030 838 564 19
Homepage: http://www.complit.fu-berlin.de/institut/lehrpersonal/menninghaus.html

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Unbalanced Growth and Social Evolution from a Unifying Perspective 

Bewilligung: 28.08.2007 Laufzeit: 1 Jahr

Das Vorhaben zielt auf eine Zusammenführung von Forschungsarbeiten zur nicht-linearen Makro- und Mikrodynamik, ihrer Numerik und ihrer Empirie. Es gliedert sich in vier Teile: In den ersten beiden Teilen geht es aus einer makroökonomischen Perspektive um eine Analyse und Generalisierung wichtiger angebots- und nachfrageorientierter Ansätze der Forschungsliteratur. Auf dieser Grundlage soll im dritten Teil ein generalisierter Ansatz erstellt werden, der die zentralen Strukturen vereinheitlicht und integriert und sowohl im Ganzen wie auch mittels Subsystemen theoretisch, numerisch und empirisch analysiert. Im umfassenden vierten Teil des Vorhabens sollen langfristige ökonomische Entwicklungen analysiert werden, und zwar mit besonderem Interesse an ihren sozialen Implikationen (Fragen der Wohlfahrt, der Gerechtigkeit und Institutionenanalyse sowie der Demokratietheorie). Für die Dauer seiner Freistellung wird Prof. Flaschel von Dr. Gangolf Groh vertreten. 

Universität Bielefeld
Fakultät für Wirtschaftswissenschaften
Lehrstuhl für Volkswirtschaftstheorie
Prof. Dr. Peter Flaschel
Postfach 100131
33501 Bielefeld
Tel.: 0521 106 5114
Fax: 0521 106 6416

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Europa erfindet die "Zigeuner". Eine Gesamtdarstellung der "Zigeuner" in der europäischen Literatur vom 15. Jahrhundert bis zur Gegenwart 

Bewilligung: 28.08.2007 Laufzeit: 1 Jahr 6 Monate

Ziel des Vorhabens ist eine Gesamtdarstellung der langen Geschichte der "Zigeuner" in der Literatur. Die "Zigeuner", so die Ausgangsüberlegung, stellen ein in der bisherigen Forschung randständiges, aber zugleich europäisches Phänomen dar. Bei allen nationalen, regionalen und sprachlichen Unterschieden der im 15. Jahrhundert auf verschiedenen Migrationswegen in Europa eingewanderten Romagruppen gestaltet sich der Prozess der Wahrnehmung, Identitätszuschreibung und der Inklusion/Exklusion als ein augenfällig einheitliches, für das Begreifen der Nachtseiten europäischer Entwicklung zur Moderne aufschlussreiches Geschehen. Überlieferungen und Dokumente offenbaren eine auffällige Diskrepanz zwischen der realen Präsenz einer allein von der Zahl her sehr kleinen Volksgruppe ohne eigene Schriftkultur und politisch-ökonomische Relevanz auf der einen Seite - und ihrer kontinuierlichen (Über-)Repräsentation in unterschiedlichen Diskursen in Kunst und Literatur und damit im kulturellen Gedächtnis Europas auf der anderen Seite. Im Rahmen der Aufarbeitung dieses Phänomens sollen Genealogien, Topographien, Geschlechterverhältnisse, soziale Devianzen sowie anthropologische und ethnologische Zugänge aufbereitet werden. Prof. Bogdal wird während der Freistellung von Privat-Dozent Dr. Holger Dainat vertreten. 

Universität Bielefeld
Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft
Germanistische Literaturwissenschaft
Prof. Dr. Klaus-Michael Bogdal
Postfach 10 01 31
33501 Bielefeld
Tel.: 0521 106 3710
Fax: 0521 106 8089
Homepage: http://www.uni-bielefeld.de/lili/personen/bogdal/

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Geschichte der Bundesrepublik Deutschland 

Bewilligung: 28.08.2007 Laufzeit: 1 Jahr 6 Monate

Das Vorhaben zielt auf eine konsequent von der Gegenwart her konzipierte Gesamtherstellung der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, die sich an ein breites, nicht rein fachwissenschaftliches Publikum richtet. Es ist getragen vom Anspruch des Zeithistorikers, durch seine Analysen auch zur Erklärung der Gegenwart beizutragen. Entsprechend soll nicht nur die "alte" Bundesrepublik (1949-1989/90) historisiert werden, sondern es geht auch um die Integration der zwei Jahrzehnte der "neuen" Bundesrepublik in die systematische Darstellung. Sie soll sich abheben von den in der bisherigen Forschung dominierenden Interpretationsmustern der Geschichte der Bundesrepublik entweder als "Normalisierungsgeschichte" oder als "Erfolgsgeschichte". Für das erste Jahr seiner Freistellung wird Prof. Conze vertreten von Privat-Dozent Dr. Dominik Geppert. 

Universität Marburg
Fachbereich Geschichte und Kulturwissenschaften
Seminar für Neuere Geschichte
Prof. Dr. Eckart Conze
Wilhelm-Röpke-Straße 6C III
35032 Marburg
Tel.: 06421 2824611/10
Fax: 06421 2825700

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Die Tode der Fotografie 

Bewilligung: 23.07.2007 Laufzeit: 1 Jahr

Das Forschungsprojekt zielt auf eine systematische Untersuchung des Verhältnisses von Fotografie und Tod in Alltag, Theorie und Kunst. In einem ersten Schritt werden die sozialen Bedingungen und Gebrauchsweisen von Fotografie im Kontext von Toten-, Bestattungs- und Erinnerungsriten im westlichen Kulturkreis untersucht. In einem zweiten Schritt widmet sich das Projekt den ontologisch, metaphorisch und medial argumentierenden Verknüpfungen von Tod und Fotografie in ausgewählten fototheoretischen Texten. Anschließend werden ausgewählte Beispiele von Fotokünstlern und -künstlerinnen in Zentrum gerückt, die sich mit dem Tod auseinandersetzen. Das Projekt verbindet dabei anthropologische Fragen nach den Grenzen der Erfahrbarkeit, die mit dem Tod verbunden sind, mit denen der Darstellbarkeit im Bild. Dies geschieht im Rahmen einer Analyse sozialer Umgangsweisen mit dem Tod in den westlichen Kulturen seit Mitte des 19. Jahrhunderts, die von Säkularisierung, Verbürgerlichung, Technisierung und der Entwicklung massenkultureller Phänomene geprägt sind. Für die Dauer ihrer Freistellung wird Professorin Sykora von Dr. Gregor Wedekind vertreten.

Hochschule für Bildende Künste, Braunschweig
Institut für Kunstwissenschaft
Prof. Dr. Katharina Sykora
Postfach 2538
38015 Braunschweig
Tel.: 0531 391 9216
Fax: 0531 391 9287

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Religionsphilosophie

Bewilligung: 04.07.2007 Laufzeit: 1 Jahr

Nach der öffentlichen, internationalen und interdisziplinären Wiederentdeckung des Themas "Religion" steht auch für die verschiedenen Denkrichtungen der deutschen Philosophie und Theologie eine Renaissance der Religionsphilosophie an. Dabei geht es wesentlich um die Frage, wie die europäische Aufklärung zu Recht oder zu Unrecht kritisch, destruktiv oder konstruktiv mit Religion umgegangen ist, wie daran angeknüpft werden kann und warum dieser Tradition mit guten Gründen auf der Basis der philosophischen und theologischen Entwicklungen des 20./21. Jahrhunderts auch widersprochen werden muss. Das geplante Werk zielt auf eine Präsentation der großen Traditionen europäischer Religionsphilosophie, setzt auf die Wiederaufnahme der Religionsphilosophie im Fach Evangelische Theologie und soll neue Bezüge herstellen, wie sie durch die anglo-amerikanische analytische Religionsphilosophie, den amerikanischen Pragmatismus sowie die Neuaufnahme kosmologischer und metaphysischer Systembildungen möglich geworden sind. Für die Dauer seiner Freistellung wird Prof. Deuser von Privat-Dozentin Dr. Gesche Linde vertreten. 

Universität Frankfurt am Main
Fachbereich Evangelische Theologie
Systematische Theologie und Religionsphilosophie
Prof. Dr. Dr. h.c. Hermann Deuser
Grüneburgplatz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069 798 32944
Fax: 069 798 33355
Homepage: http://www.evtheol.uni-frankfurt.de/st/personen/deuser/

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Heilige, Heiden und Häretiker. Wissenschaftsgeschichten aus den Anfängen der christlichen Archäologie 

Bewilligung: 08.03.2007 Laufzeit: 2 Jahre

Das geplante Buch verfolgt auf breiter und in weiten Teilen noch unbekannter Quellenbasis die Frühphase (Mitte 16. bis 18. Jahrhundert) der Rezeption altchristlicher und mittelalterlicher Kunstdenkmäler. Von Rom und Italien ausgehend erreichte diese bald internationale Aufmerksamkeit. Die angestrebte Rezeptionsgeschichte umfasst nicht nur im heutigen Sinne als "wissenschaftlich" definierte Zugriffe, sondern bezieht sich auch auf das weit gefächerte Spektrum von gelehrten Mythen, Volksfrömmigkeit und populären Mentalitäten. Im Zentrum der Untersuchung steht eine Epoche, in der die Artefakte in erster Linie als historische Dokumente, aber auch als heilige Gegenstände verstanden wurden. Ziel des Buches ist, die faszinierende Vielfalt der humanistischen Befragungen und der konfessionellen Vereinnahmungen der Kunstdenkmäler aufzuzeigen. Für die Dauer seiner Freistellung wird Professor Herklotz von Privat-Dozentin Dr. Claudia Hattendorff vertreten. 

Universität Marburg
Fachbereich 9
Kunstgeschichtliches Institut
Ernst-von-Hülsen-Haus
Prof. Dr. Ingo Herklotz
Biegenstraße 11
35037 Marburg
Tel.: 06421 282 6966
Fax: 06421 282 8951

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Bedeutsamkeit - Ontosemiologische Untersuchungen zum Zusammenhang von Zeit und Bedeutung 

Bewilligung: 15.02.2007 Laufzeit: 2 Jahre

Geplant ist die Grundlegung einer Ontosemiologie. Die Ontosemiologie soll die Frage klären, wie die Logik des Seins (Ontologie)und die Logik des Sinns bzw. der Bedeutung (Semiologie) sich aufeinander beziehen. Die im Mittelpunkt der Untersuchungen stehende Frage lautet: Wie kann man wissen oder glauben bzw. wie können Kulturen erfahrbar zu machen versuchen, dass Sein und Dasein sinnvoll sind, und umgekehrt, dass Sinn existent, vorhanden, erfahrbar ist? Das geplante Werk bewegt sich im Grenz- und Überschneidungsbereich von Philosophie, Literaturwissenschaft und Medienanalyse. Ausgangsthese ist, dass es einen engen Zusammenhang gibt zwischen Endlichkeit und Tod einerseits und dem Phänomen der Bedeutsamkeit andererseits: Dass Sein zeitlich verfasst ist und endliche Menschen diese erfahren können, ist eine Bedingung der Möglichkeit von Bedeutsamkeit. Für die Zeit seiner Freistellung wird Prof. Hörisch von apl. Professorin Dr. Christa Karpenstein-Eßbach vertreten. 

Universität Mannheim
Philosophische Fakultät
Lehrstuhl für Neuere Germanistik II
Prof. Dr. Jochen Hörisch
Postfach
68131 Mannheim
Tel.: 0621 292 5074
Fax: 0621 292 5727

Weitere Bewilligungen werden durch die Fritz Thyssen Stiftung ausgesprochen.

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Informationen

zu dieser Initiative:
Merkblatt

Bislang geförderte Projekte:
Bewilligungen 2010
Bewilligungen 2009
Bewilligungen 2008
Bewilligungen 2007
Bewilligungen 2006

allgemein:
Was Antragsteller wissen müssen

Publikationen:
"Geistesgegenwart und Geisteszukunft. Aufgaben und Möglichkeiten der Geisteswissenschaften" (Eröffnungskonferenz 2006).
"Pro Geisteswissenschaften"
(Wissenschaftsmanagement, 11.2007).
Mehr unter Publikationen.

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